Wenn Sie schon einmal auf einem Konzert oder im Kino waren, kennen Sie diese eine Person, die zwei Meter misst, stabil gebaut ist und viel wichtiger: Sie versperrt Ihnen die komplette Sicht auf das, was Sie eigentlich sehen wollen. So ungefähr kann man sich „app install interstitial ads“ vorstellen.

Diese großflächige Bannerwerbung erscheint, vergleichbar mit einem Pop-Up, auf gewissen mobilen Webseiten direkt nach deren Aufruf. Ziel ist es, den User zur Installation gesponserter Apps zu bewegen. Ähnlich wie die hochgewachsene Person vor Ihnen im Kino versperren die großflächigen interstitial ads allerdings die Sicht auf den eigentlichen Inhalt (content), den die Suchenden sehen wollen. Google hat dieses Problem erkannt und Konsequenzen gezogen.

Googles Mobile-Friendly Test erkennt Webseiten mit ‘app install interstitial ads’

Wie sich anhand des Namens erraten lässt, überprüft der von Google entwickelte Mobile-Friendly Test die Nutzerfreundlichkeit mobiler Webseiten. Gerade für Webmaster ist dieses Tool sehr nützlich, um frustrierte Nutzer zu vermeiden und die Mobile Usability Ihrer Seite zu verbessern. Mit dem neuen Update werden Seiten, die über großflächige app install interstitial ads verfügen, nicht mehr als Mobile-Friendly gekennzeichnet. Weitaus wichtiger für Sie und Ihre Webseite ist jedoch, dass Sie nicht nur bei der Nutzerfreundlichkeit Ihrer Webseite Abstriche machen, sondern im Suchmaschinen-Ranking von Google herabgestuft werden. Hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) Ihrer Webseite sollte so etwas unbedingt vermieden werden!

Wenn Sie Unterstützung beim SEO Ihrer Webseite brauchen, finden Sie hier eine Liste unserer SEO-Leistungen.

 

Was können Sie als Webmaster gegen (b)ad interstitials tun?

Müssen Sie nun alle interstitial ads Ihrer Webseite entfernen? Die Antwort auf diese Frage lautet nein. Zunächst gilt das Update nur für app interstitial ads, andere Arten von interstitial ads sind nicht betroffen. Des Weiteren nimmt Google nur Seiten mit großflächigen Bannern von seinem Mobile-Friendly Index.

Der einfachste Weg, die Abstrafung von Google zu umgehen, liegt darin, die Bannergröße der App-Werbung zu verkleinern. Sie können mittels Smart App Banners im Safari Browser oder Native App Install Banners in Google Chrome die Banner der App-Werbungen so gestalten, dass sie die Nutzererfahrung nicht negativ beeinflussen. Google erkennt dies und wird Ihre Webseite weiterhin als Mobile-Friendly kennzeichnen. Wenn Sie Ihre eigenen Implementierungen von app install banners verwenden, sollten Sie darauf achten, dass nur ein geringer Anteil des Contents der Seite von dem Werbebanner überdeckt wird.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass die Besucher Ihrer Webseite aufgrund des Contents und dem Ergebnis ihrer Suchmaschinenanfrage auf Ihrer Webseite gelandet sind. Ist der gesuchte Content nicht unmittelbar ersichtlich, da er von großflächiger Werbung überdeckt ist, wird der Nutzer auf alternative Webseiten zurückgreifen. Fokussieren Sie sich also auf den Content Ihrer Seite. Er wird Ihnen die meisten Besucher (traffic) bringen und Sie im Ranking von Google und anderen Suchmaschinen weiterbringen. Interstitial ads sind ein lukratives Plus, sollten allerdings nicht den Content überlagern.

Wie Google bestätigt hat, bearbeitet die Mobile Websuche mittlerweile mehr Suchanfragen als ihre ältere Schwester, die Desktop-Version. Während die mobile Websuche zunächst ein Abbild der Desktop-Version war, arbeitet Google verstärkt daran, das mobile Modell autonomer zu gestalten. Verpassen Sie es also nicht, den Schwerpunkt in der Entwicklung der unterschiedlichen Versionen Ihrer Webseite anzupassen.

Der von Google eingeführte Mobile-Friendly Test sollte Ihnen folgendes verdeutlichen: Für Google spielt vor allem im Kontext mobiler Webseiten die Nutzererfahrung eine wesentliche Rolle für das Ranking. Nutzen Sie diese Einsicht, um Ihre Webseite dementsprechend zu gestalten.