Laut Google haben sich letztes Jahr die Suchanfragen zu Reisezielen auf Smartphones um beeindruckende 50 Prozent erhöht, Tendenz steigend. Um den Nutzern einen bestmöglichen Überblick über relevante Reiseziele, Unterkünfte und die billigsten Flüge zu geben, wurde Google Destinations (deutsch: Reiseziele) eingeführt. Aufgerufen wird die neue Funktion durch eine Suchanfrage, die aus einer Destination und dem Wort Reisen oder Urlaub zusammengesetzt ist. Mit Google Destinations soll die Vielzahl der Infos, die für die Planung einer Reise notwendig sind, kompakt und übersichtlich auf dem Handy dargestellt werden. Ob das neue Tool in Zukunft auch für die Desktop-Version bereitgestellt wird, steht noch in den Sternen.

Googles Hotel Finder und Flugsuche werden mit Google Destinations vereint

Durch die Übernahme von ITA Software vor einigen Jahren konnte sich Google im Bereich der Auswertung von Flug- und Reisedaten spezialisieren. Als Resultat wurde die Flugsuche und der Hotel Finder in die Suchmaschine integriert. Da sich interessierte Urlauber allerdings in der Regel nicht nur für einen der beiden Aspekte des Reisens interessieren, wurde zumindest den mobilen Nutzern Google Destinations als logische Konsequenz angeboten. Die Nutzer erhalten mit dem neuen Tool einen ganzheitlichen Überblick über die potentiellen Reisekosten, neue Reiseziele und die besten Zeiträume für ihren Urlaub.

Was bietet Ihnen Google Destinations?

Eines der offensichtlichsten Ziele von Google Destinations ist es, dem Nutzer das mühsame Hin- und Herspringen zwischen verschieden Tabs auf dem Smartphone zu ersparen. Auf einen Blick werden Ihnen verfügbare Flüge und Hotelpreise angezeigt. Mit verschiedenen Filteroptionen können Sie Ihre Suche verfeinern. Zur Auswahl steht dabei nicht nur ein Datums- und Preisfilter, sondern auch eine Sortierung nach Ihren bevorzugten Interessen (Wandern, Natur, Architektur etc.). Zusätzlich hat man die Option, ein flexibles Datum auszuwählen. Mit der Funktion Reiseführer können Sie von den Erfahrungen anderer Reisender profitieren. Neben dem Wetter und beliebten Reisezeiten werden Ihnen in Form von Infokästen Wissenswertes zum Reiseziel, lokale Sehenswürdigkeiten und Reisetipps angeboten. Haben Sie sich für ein Reiseziel entschieden, können Sie die besten Preise und Zeiträume für Ihren Urlaub über Reise Planen herausfinden. Google Destinations vergleicht in Echtzeit alle relevanten Daten zu Ihrer Reise und liefert Ihnen die besten Angebote und günstigsten Zeiträume für Ihren Urlaub.
Wie Google Destinations live aussieht, sehen Sie hier.

Die Auswirkungen von Google Destinations auf den Online-Reisemarkt

Auch wenn Google das neue Tool unter dem Deckmantel der Usability vermarket, wird eines deutlich: Die Nutzer werden gezielt durch die prominente Darstellung der Google Destination Box hin zu den Paid Ads in der Reise Planen Funktion geführt. Offensichtlich versucht Google so, die interessierten Sucher auf der eigenen Plattform zu behalten und aus den bezahlten Anzeigen Profit zu schlagen. Üblicherweise werden die relevantesten Webseiten auch im Reisebereich auf den Top-Positionen platziert, allerdings werden diese nun vom hauseigenen Tool verdrängt. Begünstigt werden daher Anbieter, die bereit sind, die Preise für Googles Pay-to-play zu zahlen.
Aus SEO-Perspektive sollten jedoch einige Fakten nicht vergessen werden. Suchbegriffe, durch die Google Destinations aufgerufen wird, sind eher im short-Tail der Reise-Keywörter zu finden (z.B. Amerika Reisen). Hoteliers, Fluggesellschaften oder Reisevermittler, die ihre Vermarktung online durchführen, sollten sich also unter anderem vermehrt auf Keywörter im long-tail (z.B. ruhig gelegene Finka Mallorca ). konzentrieren. Des Weiteren gilt gerade für Hoteliers, dass sie sich über Google Hotel Ads im Hotel Finder und somit in Google Destinations platzieren sollten, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Google Destinations stellt Travel-Agencies in den Schatten

Die Verlierer bei der Einführung von Google Destinations sind sicherlich die großen Player im Reisevermittlermarkt. Google nimmt nun für die Top-Keywörter selbst die Rolle eines Vermittlers ein und profitiert deutlich von seiner Vormachtstellung. Als Reiseagentur hat man nun die Wahl, bei diesem Spiel teilzunehmen und den Preis zu zahlen oder man ändert seine SEA- und SEO-Strategie und konzentriert sich beim eigenen Suchmaschinenmarketing auf andere Bereiche und Nischen, um nicht signifikant an Sichtbarkeit und Umsatz zu verlieren. Welche Strategie besser ist, kann jedes Unternehmen nur anhand seiner eigenen Zahlen beurteilen.
Brauchen Sie Hilfe beim SEA ihres Unternehmens oder sind Sie selbst im Reisemarkt tätig? Mit unserer langjährigen Erfahrung im Reisemarkt sowie im Report gestützten SEA beraten wir Sie gerne.