Wie funktioniert datenorientiertes SEO? Worum handelt es sich bei der Position Zero? Welche technischen Neuerungen werden uns in der Suchmaschinenoptimierung erwarten? Und was hat all dies mit Italo-Western und Tesla-Autos zu tun?

Wie jedes Jahr im November, war es für uns einmal wieder Zeit, nach Salzburg zu fahren und das “Who is Who” der SEO-Branche auf der SEOkomm zu treffen. Die Messe hat ihren ganz eigenen Reiz: Es herrscht, trotz einer Besucherzahl von ca. 900 Leuten, eine fast schon familiäre Atmosphäre, und genau dafür muss man Oliver Hauser (Next Experts) und seinem Team danken. Wie oft hat man schon die Chance, mit John Müller (Google) bei einem Kaffee über neueste Suchmaschinen-Trends zu quatschen?

Spiel mir das Lied von der Position Zero

Aber fangen wir einmal von vorne an. Die Begrüßung startet mit dem wunderschönen Musikklassiker “The Ecstasy of Gold” von Ennio Morricone. Als Fan alter Italo-Western hat mich die Messe bereits hier schon voll in den Bann gezogen. Darauf folgte, wie in jedem Jahr, die Eröffnungspräsentation von Marcus Tandler (Ryte). Wer ihn kennt, weiß, mit welcher Passion er SEO betreibt, und genau diese Leidenschaft sah man seiner Präsentation auch an. 420 Slides in 50 Minuten taten dann ihr Übriges. Das Thema nannte er kurz und prägnant “Position Zero”. Gemeint waren mit dieser Beschreibung die Featured Snippets (siehe folgende Grafik), die insbesondere mit der Umstellung zum Mobile First Index an Bedeutung gewinnen werden. Überhaupt wird dieser neue Index eine Revolution im SEO mit sich bringen, da Google sich verstärkt vom Crawling hin zum Hosting verändert. Dies bedeutet, Google wird in der Lage sein, alle relevanten Information ohne Zeitverlust zu erfassen, wodurch sich künftige SEO-Strategie massiv verändern werden.

Featured Snippet Beispiel von SISTRIX

Quelle: https://www.sistrix.de/frag-sistrix/was-sind-featured-snippets/

Q&A mit John Müller von Google

Ein weiteres Highlight war die Q&A-Session mit John Müller (Google), bei der wir nicht nur neue Erkenntnisse erlangten, sondern auch eigene Fragen an den Google-Webmaster-Trend-Analysten stellen konnten. Die wichtigsten Erkenntnisse können dabei wie folgt zusammengefasst werden:

  • Canonical Seiten sollten wenn möglich nicht verlinkt werden, da sich Google sonst nicht sicher sein kann, welche Seite wirklich wichtig ist.
  • Canonical Seiten im Index haben für Google aktuell keine negative Auswirkung auf das Ranking.
  • Parameterseiten müssen nicht zwangsweise über robots.txt ausgeschlossen werden. Es empfiehlt sich hierfür eher Canonicals und die Search Console zu nutzen („Lasst die Seiten ruhig crawlen“).
  • Page Speed ist bei PWAs (Progressive Web Apps) vorerst noch kein Problem.
  • Top LvL Domains sollten immer spezifisch auf das Land angepasst werden.
  • Neue Top LvL Domains (.berlin) werden von Google aktuell nur als generische Domains angesehen.

Neue Trends im SEO

Auch das restliche Referenten-Portfolio konnte mit bekannten Leuten wie Christop C. Cemper, Karl Kratz und vielen anderen SEO-Größen wichtige Trends im SEO näher beleuchten. So waren vor allem die Bereiche datenorientiertes SEO (“Nutzt Daten statt zu raten”) und Javascript ein viel diskutiertes Thema. Das beste Beispiel für Relevanz von datenorientiertem SEO zeigt der Vergleich vom standardmäßigen Suchvolumen aus Googles Keyword Planer gegenüber dem tatsächlichen Suchvolumen, welches durch verschiedene Datenanalysen innerhalb der Search Console errechnet werden kann. So spiegelt der Keyword Planer schon längst nicht mehr die realistischen Suchvolumina aus, die viele SEO-Fachleute als Grundlage ihrer Strategie nutzen.

In den Javascript-Vorträgen fiel insbesondere eine Grafik sehr oft ins Auge (siehe folgende Grafik). Hierbei handelt es sich um eine Studie des polnischen Kollegen Bartosz Goralewicz mit dem Titel “Can Google Properly Crawl and Index JavaScript Frameworks? A JavaScript SEO Experiment.” Innerhalb dieser Studie und der damit verbundenen Präsentationen auf der SEOkomm wird deutlich, welche Probleme Google noch immer mit dem Client Side Rendering hat. Insbesondere das Thema AngularJS stellt Google weiterhin vor Probleme, die jedem Website-Betreiber bewusst sein sollten. So gibt es nach wie vor Probleme mit nicht vorhandenen Content-Indexierungen und dem fehlerhaften Caching/Rendering von JS Frameworks.

Can Google Properly Crawl and Index JavaScript Frameworks? A JavaScript SEO Experiment.
Quelle: https://www.elephate.com/blog/javascript-seo-experiment/

Einschätzung der SEOkomm 2017

Ich kann jeder SEO-Fachkraft nur empfehlen, diese Veranstaltung inklusive ihrer Networking-Events einmal zu besuchen. Viele der dargestellten Trends decken sich mit unseren Analysen und Erfahrung im SEO und geben wichtige Erkenntnisse in welche Richtung sich Google, Amazon & Co. in den nächsten Jahren entwickeln werden.

Ach ja: das Tesla-Auto. Jeder Besucher der Messer hatte die Möglichkeit, ein Tesla Model S Probe zu fahren. Eine Chance, die man natürlich nutzen muss – vor der Networking Party, versteht sich. 😉

Tesla Probefahrt